Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Tansania – individuell unterwegs

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Wir, zu dritt, waren im Februar 2016 für 15 Tage in Tansania. Über die Einzigartigkeit und Schönheit der Nationalparks Tansanias ist bereits viel geschrieben worden – da kann es nur heißen: hinfahren und aufsaugen!

In diesem Reisebericht möchte ich eher auf unsere Erfahrungen bezüglich der in Zusammenarbeit mit Diamir individuell zusammengestellten Reiseroute eingehen. Wir wollten als Basis den Kili besteigen und danach etwas Safari machen, dabei aber auch den Kontakt mit den Einheimischen nicht vernachlässigen, was bei den Standard-Gruppenreisen schnell vorkommen kann. Die Safaribausteine haben wegen der besseren Flexibilität als Kleingruppe gebucht, am Kili hätte die Gruppe auch größer sein können, war aber am Ende nicht der Fall.

Nach dem Flug haben wir uns erstmal 2 Tage „Ankommen“ gegönnt. Mit einem Tag Fußpirsch im Arusha-NP (sehr beeindruckend) und einem Tag Paddeln auf dem Duluti-Lake (sehr idyllisch) konnten wir gut in den Urlaubsmodus schalten und die ersten Klimaerfahrungen machen, bevor es am Berg ernst wurde.

Für die Besteigung haben wir wegen der guten Akklimatisierungsmöglichkeit die Machame-Route gewählt (7 Tage-Variante). Auch ist sie für Trekker sehr abwechslungsreich (keine ausgetretenen 3-m-breit-Wege) und mit den verschiedenen Klimazonen und Umgebungen in ihrer Gesamtheit „exotisch“. Wir selbst hatten die ersten 5 Tage nur mit Regen und Wind zu kämpfen, etwas, was wohl in der Trockenzeit so noch nie vorgekommen war, aber sind insgesamt gut durchgekommen. Belohnt wurden wir dafür am Gipfel, auf dem es entsprechend geschneit hatte und der uns mit einer arktischen Mondidylle empfangen hat. Dazu ein spektakulärer Mix aus Sonnenaufgang und Wolkenschwaden – unvergesslich und jede Mühe wert. Abgesehen von starker Migräne wegen Schlafproblemen bei mir, war auch der Anstieg selbst recht unproblematisch. Wenn man das Tempo der Höhe anpasst und seine Zusatzernährung (Riegel, Gels, Elektrolytgetränke, etc.) konsequent einnimmt, dann ist einem der Berg auch wohlgesonnen. So hieß es z.B. am finalen Anstieg alle 20 Minuten Trinkpause und alle 60 Minuten Verpflegungspause (ca.500kJ). Damit bleibt der Tank immer gut gefüllt. Bezüglich Organisation, Betreuung oder Essen mussten wir keine Abstriche machen, hat alles wunderbar funktioniert. Bei respektvollem Umgang der Trekker mit den Guides, Trägern, etc. ergibt sich eine wunderbar freundliche und entspannte Atmosphäre.

Da der Zustand nach der Wanderung im Vorhinein nicht einzuschätzen war, hatten wir danach ein Ruhetag eingeplant. Diesen nutzten wir spontan zu einem Besuch des lokalen Marktes in USA River, da unser Fahrer vom Flughafen von dort stammt und an diesem Tag Zeit hatte. Wir waren wahrscheinlich die einzigen Weißbrote auf dem Markt, aber es war überraschend entspannt: kein aggressives Bewerben, kein Betteln, kein Gegaffe. Bei allem geordneten Chaos auch keine Gerüche und kein Müll/Dreck, im Gegensatz z.B. zu manchen Gegenden in Südostasien. Das gilt an sich für die ganze Reise und alle Orte in Tansania, die wir besucht haben – einfach eine freundliche und angenehme Atmosphäre.

Für die Safariplanung war uns wichtig, nicht nur im Auto zu sitzen und dabei ewig zu fahren. Auch macht es sich bezahlt, die Unterkunft gleich im NP oder in der Nähe zu haben, dann kann man die Natur länger genießen, wenn schon die meisten anderen Touristentrupps weitergezogen sind. Dies hatte dann zur Folge, dass wir auf die Serengeti verzichtet haben, aber lieber das Gemachte richtig, als Alles, aber nur im Vorbeifahren. Wie unser Guide sagte, war dort das Gras ohnehin so hoch, dass die Tiersuche eher schwierig war. Wir hatten also eine 4 Tages-Safari gebucht und dazu einen Driverguide mit Fahrzeug für die ganze Zeit gestellt bekommen. Über den beeindruckenden Tarangire NP sind wir zum Lake Manyara NP gefahren, wo wir eine Nachtpirsch gemacht haben. Im vollkommen offenen Jeep, nachts allein im NP – coole Sache für Adrenalinverträgliche. Und man sieht mehr als man glaubt und auch Tiere und Dinge, die einem tagsüber entgehen. Tags darauf haben wir eine Dorfpirsch in Mto wa Mbu gemacht. Ein lokaler Guide hat uns durch das Dorf und die Plantagen geführt. So haben wir einen tollen und bleibenden Eindruck von den Lebensverhältnissen der Bevölkerung bekommen, vieles über die Gebräuche und Probleme erfahren – aus erster Hand und ohne Scheu der Leute. Wir haben Künstler besucht (gute Alternative zu den Touri-Shops), mit den Kindern gespielt oder selbstgebrautes Bananenbier getrunken. Danach gab es ein gemeinsames Mittagessen mit den beiden Guides in einer lokalen „Gaststube“ – lecker. Es folgte mit dem Ngorongoro-Krater das absolute Highlight einer jeden Safari. Abgesehen vom Mittagessen am festgelegten Platz im Krater, kann man den vielen anderen Safari-Jeeps auch ganz gut aus dem Weg gehen. Nur dort, wo die Löwen liegen, sammelt sich der homo touristicus. Die Leoparden hatten bei der prallen Sonne keine Lust sich zu zeigen, sondern sind uns alle„Big Five“vor die Linse gekommen, aber eben auch viele andere kleine und große Tiere – ein Schauspiel ohne Vergleich. Den letzten Tag sind wir durch den Ngorongoro-Wald zu den Elephant Caves gelaufen, was im Vergleich zum Vortag dann schon fast zwangsläufig abfallen musste. Eine nicht ganz zu ortende Büffelherde im Wald hatte hier aber etwas Würze in die Wanderung gebracht.

Bei der Guide-Auswahl haben wir auch gutes Glück (oder clevere Vorauswahl von Diamir) gehabt. Michael (Berg), Sakayo (Safari) oder auch Nickson (Mto wa Mbu) haben bestens zu uns gepasst: lässig, humorvoll, gesellig und auch durchaus kompetent und im Englischen sicher. Mit Nickson hat die 3-Stunden-Runde einfach mal 5 Stunden gedauert – verquatscht. Sakayo wollte am letzten Safaritag gar nicht gehen, so sehr hat es ihm (und uns) beim gemeinsamen Diner gefallen. Es gab zwar fehlende Übereinstimmungen zwischen unserem Plan, den den Sakayo hatte und das was wir in der Meru Lodge als Einweisung hatten, aber das konnte alles in Abstimmung mit unseren Wünschen operativ geklärt und organisiert werden. Wir mussten auf nichts verzichten, Probleme oder Unannehmlichkeiten gab es nie. Die Meru Lodge als immer wieder kehrende Unterkunft war fast schon ein Zuhause geworden. Dort war auch die Atmosphäre und Gastfreundschaft von allen Lodges am ausgeprägtesten.

Im Nachhinein war die Planung und Organisation nah am Optimum und wir würden es wieder so machen. Bei allen Aktivitäten und Eindrücken war es doch auch von Urlaubsflair geprägt und ohne unnötigen Stress verbunden.

Tansania hat Eindruck hinterlassen.

Gute Reise, Frank

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