Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Tansania – Lodgesafari und Sansibar – 10 Tage Erkundungstour im Tierparadies

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Jambo! Karibu! So wird unsere kleine Reisegruppe von den liebenswerten Einwohnern Tansanias überall herzlich in Empfang genommen. Meine Erkundungstour führt mich durch insgesamt fünf Nationalparks – jeder von einzigartiger Schönheit. Ich bin sehr gespannt und voller Vorfreude auf die kommenden Safari-Tage. Nach einem ruhigen Flug mit spektakulären Aussichten auf den Kilimanjaro heißt es erst einmal ankommen, entspannen und genießen. Wo geht das besser, als in der idyllischen African View Lodge. Ein einladender Pool, ein kühles Savanna und der fantastische Blick auf den Mt. Meru bilden den perfekten Auftakt der Reise.

Am nächsten Morgen werden wir mit einem reichhaltigen Frühstück verwöhnt und starten gut gestärkt zu einer Fußpirsch im Arusha Nationalpark. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, gemeinsam mit dem Wildhüter durch das Tierreich zu wandern. Eine Herde Wasserbüffel auf Augenhöhe zu erleben bekommt gleich eine ganz andere Bedeutung. Neben dem Ranger fühle ich mich sicher und lausche seinen Erläuterungen zur Flora und Fauna. Wir wandern am Fuße des Mt. Meru durch ein immergrünes Sumpfgebiet, überqueren zahlreiche Wasserläufe und lassen unsere Blicke über die idyllische Landschaft schweifen. Schon bald erreichen wir den Wasserfall „Tululisu“, der sich aus 28,5 Metern Höhe in einem Felsenkessel ergießt. Die Baumkronen der umliegenden Bergwälder beheimaten die schwarz-weißen Colobusaffen und zahlreiche Vogelarten.

Nach der Wanderung haben wir uns eine Pause im Schatten verdient. Eine freche Grünmeerkatze findet auch Gefallen an unseren liebevoll gepackten Lunch-Boxen und ergattert sich gegen unseren Willen eine reife Banane.

Gut erholt setzen wir unsere Pirschfahrt im Geländewagen fort und erfreuen uns an der reichen Tierwelt. Den nächsten Halt machen wir an den Momella-Seen. Im flachen Wasser des großen Momella-Sees waten tausende Flamingos und fliegen vor der Kulisse des majestätischen Kilimanjaros. Was für ein paradiesischer und farbenprächtiger Ort! Wir werfen auch einen Blick in den eindrucksvollen Ngurdoto-Krater und halten in der 200 Meter tiefer gelegenen Senke Ausschau nach Elefanten.

Glücklich über zahlreiche Tierbegegnungen lasse ich den Tag am knisternden Kamin in der Lodge Revue passieren. In meinem komfortablen „Tree House“ wurde bereits alles für eine geruhsame Nacht vorbereitet: das Betthupferl liegt auf dem Kopfkissen, das Licht ist gedimmt, das Mosquito-Netz heruntergelassen und beim Schlüpfen unter die Bettdecke überrascht mich eine wohlige Wärmflasche. Das Grillen-Konzert wiegt mich in den Schlaf.

Weitere Abenteuer erwarten uns im Tarangire Nationalpark. Am Ufer des gleichnamigen Flusses lauern bereits die ersten Löwen. Diese Lebensader führt das ganze Jahr Wasser und lockt zahlreiche Tiere an.

Wir stoppen an einem natürlichen Zebrastreifen, genießen den Blick auf imposante Baobab-Bäume, überraschen eine Elefantenherde beim Schlammbad und belustigen uns über quirlige Pavian-Familien. Auf dem Weg zum Tor des Maramboi Tented Camps werden wir von einer Giraffenfamilie begleitet. Die Lodge ist in warmes Licht getaucht. Der Sonnenuntergang über dem Lake Manyara und ein Dinner unterm afrikanischen Sternenzelt krönen einen erfolgreichen Safari-Tag. Die freundlichen Mitarbeiter begleiten mich mit Taschenlampe zu meinem Zelt, in dem mir alle Annehmlichkeiten geboten werden: ein gemütliches Bett, ein voll ausgestattetes Bad und eine eigene Veranda mit Blick in das Rift Valley. Im Safari-Stuhl lege ich den Kopf zurück und träume in das unendliche Universum. Da! Eine Sternschnuppe! Was wünsche ich mir? Einer fehlt noch in meinen Big Five. Mal sehen, ob er sich am nächsten Safari-Tag blicken lässt.

Unsere heutige Fahrt führt uns durch den Ostafrikanischen Grabenbruch vorbei am Ol Doinyo Lengai – dem Gottesberg der Massai – bis hin zum Ngorongoro-Krater. Wir fahren durch dichten Farnwald bis hinauf zum Kraterrand. Was ich dann sehe, verschlägt mir die Sprache! Vor mir erstreckt sich der größte Einbruchkrater der Welt. Die Caldera misst 20 Kilometer Durchmesser und beheimatet unzählige Tiere. Am Ende der Reise wollen wir Löwe, Elefant, Nashorn, Zebra, Gnu & Co im Krater aus nächster Nähe betrachten.

Zunächst rückt mein persönliches Highlight der Reise immer näher: die Serengeti – Wildnis pur, goldenes Grasland bis zum Horizont, unzählige Tiere und wir mittendrin. Ich bin schwer beeindruckt von den Gnu- und Zebraherden, die neugierig an uns vorbeiziehen. Sie sind die Nachzügler der großen Tierwanderung in Richtung Masai Mara.

Abends erreichen wir das Serengeti View Camp, erzählen uns Geschichten am Lagerfeuer und lauschen den Geräuschen der Nacht. Das Rufen der Hyänen, Brüllen der Löwen und Grunzen der Hippos ist ganz nah und dennoch schlafe ich seelenruhig in meinem weichen Bett.

Zeitiges Aufstehen lohnt sich! Im Licht der aufgehenden Sonne räkelt sich unweit vom Camp eine Löwenfamilie und posiert vor der Kamera. Am Grumeti-Fluss hingegen macht sich Unruhe breit. Wir gehen dem hektischen Treiben nach und mein Herz beginnt zu rasen. Wasser. Gnus. Krokodile. Es ist wie in einer dramatischen Fernsehdoku – nur live. Es kostet die Zebra- und Gnuherden einige Überwindung und viele Anläufe. Sobald jedoch der erste losrennt, sprinten alle hinterher und das Wasser kocht vor Anspannung. Die Krokodile springen mit aller Kraft aus dem Wasser und schnappen nach den zarten Beinen der Jungtiere. Gnus blöken panisch. Zebras trampeln und stampfen um ihr Leben. Was für eine Aufregung! Mit einer glühenden Foto-Speicherkarte und einigen Schweißperlen auf der Stirn darf ich euch mitteilen, dass es alle unversehrt ans andere Ufer geschafft haben und die Krokodile leer ausgingen. Nur die trägen Hippos erlitten einige Prellungen von den harten Hufen. Zu einer gelungenen Safari gehört immer eine große Portion Glück. Wir waren gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Als sich dann auf dem Weg zum Gate noch ein Leopard blicken lässt, kann ich mein Glück kaum fassen. Danke Sternschnuppe! Für mich steht fest: ich werde wiederkommen, denn die „endlose Ebene“ – wie sie die Massai nennen – hat mich in ihren Bann gezogen.

Heute bin ich gespannt, was uns im Ngorongoro Schutzgebiet erwartet. Safari in einem Krater klingt für mich surreal, doch in Tansania ist alles möglich. Deutschlands bekanntester Naturschützer Bernhard Grzimek beschrieb ihn als den „größten natürlichen Zoo der Welt“. Es ist pure Magie, so viele Tiere auf diesem geografisch begrenzten Raum zu sehen. Ich fühle mich wie auf der Arche Noah. Die Tiere sind hier im Vergleich zu anderen Gebieten an die Anwesenheit der Menschen gewöhnt und dementsprechend zutraulicher. Die Massai dürfen im Krater ihre Rinder weiden, jagen aber von Stammesnatur aus keine Wildtiere. Für Safari-Fahrzeuge gelten strenge Regeln und Limitierungen zum Schutz der Tiere. Auf diese Weise ist ein harmonisches Miteinander von Mensch und Tier möglich. Der Löwe schleicht unbekümmert an einer Kolonne Landrover vorbei und lässt dabei die Zebras nicht aus dem Auge. Die Servalkatze stolziert auf ihren langen Beinen über die Straße. Unzählige Zebras und Gnus gucken ganz verwundert, wo man sich fragt wer hier wen beobachtet.

In der gemütlichen Endoro-Lodge lassen wir den Tag ausklingen. Der großzügige Pool lädt zum Schwimmen ein. In den geräumigen Chalets verlocken eine große Badewanne und ein Kamin zu lauschigen Stunden. Im Restaurant herrscht auch so eine tolle Atmosphäre, dass ich mein wunderschönes Zimmer nur zum Schlafen nutze.

Nach einer erholsamen Nacht steht heute der letzte Safari-Tag an. Im Lake Manyara Nationalpark scannen meine Augen angestrengt jede Astgabelung, aber die regional bekannten Baumlöwen tarnen sich zu gut oder sind selbst auf Safari. Dafür begrüßen uns Elefanten, Gnus, Warzenschweine und Paviane. Am See beobachten wir Flusspferde und zahleiche Vögel wie Nilgänse, Ibisse und einen Fischadler.

Am Nachmittag fahren wir zurück zum Ausgangspunkt unserer Reise. Wieder in der African View Lodge angekommen, blicke ich zurück auf fantastische Tierbegegnungen, atemberaubende Landschaften und herzliche Gastgeber in allen Landesteilen. Es ist meine erste und mit Sicherheit nicht die letzte Tansania-Reise.

Die Tour ist zum Glück noch nicht vorüber. In wenigen Stunden geht der Flieger nach Sansibar. Hier erwarten uns palmengesäumte Traumstrände, wohlduftende Gewürze, kulinarische Genüsse, eine sagenhafte Unterwasserwelt und ein exotischer Mix aus verschiedensten Kulturen.

Tansania hat einen großen Platz in meinem Herzen erobert. Geht es euch genauso?

Eure Marie Scholz

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