Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Honduras – Bananenrepublik und noch viel mehr

Teilen

Vor einigen Wochen hatte ich Gelegenheit Honduras zu bereisen. Meine Erwartungen? Kritisch, hatte ich doch das auswertige Amt sowie diverse Literatur durchstöbert und erfahren, dass Honduras als eines der gefährlichsten Länder der Welt eingestuft wird. Als reiseaffiner Mensch weiß ich, dass dies alles relativ zu betrachten ist – dennoch bereitete ich mich gut vor und los ging die Reise…

Ich reise von Guatemala kommend nach Copan und werde hier durch die große Mayastätte geführt. Ein sachkundiger, deutscher Guide, der sich seit einigen Jahren in Honduras niedergelassen hat, erklärt uns allerhand Interessante Fakten zu Copan, seiner Treppe der 1000 Hieroglyphen, zur Architektur und zum aktuellen Ausgrabungsstand. Danach geht es auf zum Teil durch Schlaglöcher geprägten Straßen entlang Bananen- und Ananasplantagen weiter.
Unterwegs besuchen wir eine Kaffeefinca: der gesamte Produktionsprozess wird hier erklärt, von der Frucht am Strauch bis zur fertig verpackten Bohne. Ein riesiger Wald, in dem neben Kaffee auch Bananen wachsen, eine gute technische Anlage, eine große Lagerhalle und lokale Frauen, die den Kaffee noch per Hand sortieren, sind fester Bestandteil der Finca. Eine Kaffeeverkostung darf natürlich nicht fehlen!

Weiter geht es zum Yojoa-See, ein wahres Paradies für Wanderer und Vogelkundler. Rund um den See erheben sich die Berge des Cerro Azul Meamber NP. Hier starten wir zu unserer ersten Wanderung, rund um die Panacam Lodge mit einem beeindruckenden Blick auf den See von einem der Vogelbeobachtungstürme. Zu dieser Jahreszeit regnet es viel, der Nebelwald macht seinem Namen alle Ehre und auch die schlammigen Wege sorgen für dreckige Hosen bis zum Knie – aber was soll’s, schließlich sind wir hier in der Natur und nicht im Wellnesstempel.

Im Anschluss liegt eine lange Fahrt vom Nebelwald zur Karibikküste vor uns und am Abend schnuppern wir karibisches Flair: im Ort La Ceiba scheint die Nacht zu Tag gemacht zu werden, Bars mit lauter Musik beherbergen lebensfrohe, lachende Menschen, Cocktails werden gemixt und getrunken und für einen Plausch unter Bekannten hat der Barkeeper ohnehin immer Zeit.

Angesteckt von der guten Laune am Vorabend machen wir uns am nächsten Tag per Boot auf den 40-minütigen Weg zu den Cayos Cochinos, ein Naturdenkmal im zweitgrößten Barrier-Riff der Welt. Der Archipel besteht aus 13 Koralleninseln und 2 vulkanischen Insel, überall im Meer erheben sich kleine Inselchen mit 5 Palmen und einem Häuschen – Robinson Crusoe-Feeling pur! Wir erkunden die Inseln auf der Suche nach rosafarbenen Boas, schnorcheln durch dieses artenreiche Barrier-Riff und essen bei einer einheimischen Garifuna-Gemeinde zu Mittag – fangfrischen Fisch, versteht sich! Nach einem entspannten Nachmittag an diesem hellen Traumstrand unter karibischer Sonne, verlassen wir die Insel wieder in Richtung unseres Hotels am Festland.

Am Folgetag wandern wir durch den Pico Bonito NP, ein echtes Juwel unter den Nationalparks. Apropos Juwel, mein persönlicher Tipp, wenn Sie in der Nähe sind: gönnen Sie sich unbedingt eine oder zwei Übernachtungen in der hübschen Pico Bonito Lodge! Mit wunderschön eingerichteten, gemütlichen Zimmern in einzigartiger Umgebung, sehr guten Tierbeobachtungsmöglichkeiten und einem Restaurant, welches durch hervorragenden Service und sehr gute Qualität der wirklich schmackhaften Speisen überzeugt, ist die Lodge ihr Geld wert!

Den letzten Tag verbringen wir morgens im Botanischen Garten von Lancetilla, dem zweitgrößten botanischen Garten der Welt. Viele Nutzpflanzen, Medizinpflanzen und tropische Gehölze aus allen Herren Ländern sind hier zu bestaunen! Nach einer Besichtigung eines im März 2014 eröffneten Hotels fahren wir zum Flughafen von San Pedro Sula – angeblich die gefährlichste Stadt der Welt. Mittlerweile haben wir auf unserer Reise erfahren, dass dieser Titel vor allem statistische Gründe hat: jeder Tote, egal wie er ums Leben kam, wird ausschließlich in San Pedro Sula für tot erklärt (in keiner anderen Stadt) und so kommt es, dass die Todesrate statistisch so hoch ist.

Es ist eben alles relativ und das zeigt sich auch in Honduras. Honduras scheint vor Superlativen zu strotzen und mit dem zweitgrößten Barrier-Riff, dem zweitgrößten Botanischen Garten der Welt und wunderschöner Natur ist es unbedingt eine Reise wert! Eine Woche bis 10 Tage reichen dabei locker aus und das Land lässt sich prima mit seinen Nachbarstaaten kombinieren.

Honduras – üppiggrün, ein Paradies für Vogelbeobachter und traumhafte Strände mit karibischem Frohsinn – definitiv mehr als nur „Bananenrepublik“.

Herzlichst,

Ihre Carolin Sachs

Produktmanagerin Lateinamerika

Passende Reisen von DIAMIR

  • Guatemala • Honduras • Nicaragua

    Märkte, Maya und Vulkane

    Weitgehend unentdeckte Kultur- und Naturschätze in drei einzigartigen Ländern

    ab 2350 EUR zzgl. Flug
    • Dauer 14 Tage
    • 2–12 Teiln. Teilnehmer
    • leicht
    • Bewertungen
    • GUAGHN