Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Indonesien – Der indonesischen Tierwelt faszinierend nah

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16 Tage Fotoreise vom 17.04.-03.05.14

Nach einem getrennten Anflug und einem Wiedersehen beim Frühstück in Jakarta ging unsere Vater-Tochter/Foto-Reise in Indonesien mit kurzen Flug und einem ersten Stopp in Medan auf Sumatra los. Vor Ort wurden wir von einem sachkundigen Reiseleiter mit exzellentem Deutsch abgeholt und in seiner Begleitung in die erste Eco-Lodge nach Bukit Lawang gefahren. Die 5-stündige Fahrt brachte uns vom geschäftigen Treiben Jakartas in immer entlegenere Gegenden, geprägt von Ölpalmenhainen und gelegentlichen Rindern am Straßenrand. In der Eco-Lodge verbrachten wir einen verregneten aber angenehm abgekühlten ersten Abend bei hervorragendem Essen, traditionellem Ingwer-Tee und örtlichem Bintang Bier.

Die Eindrücke des ersten Tages, die Schönheit der Plantagen und des von der Lodge aus sichtbaren Regenwaldes, die mit zahlreichen Grüntönen beeindruckten, sollten in den nächsten Tagen noch intensiviert werden. Noch dazu durch die einmaligen Sichtungen der „Waldmenschen“, der Orang-Utans. Auf mehreren Märschen durch den Urwald, ständig begleitet von den langgezogenen Rufen der Makaken und Gibbons sowie dem ohrenbetäubenden Zirpen der Zikaden, machten wir die Bekanntschaft mehrerer Orang-Utan Damen, zwei von ihnen sogar mit einem sich fest ins Brustfell krallenden Jungen. Nicht nur an den auf Besucher eingestellten Fütterungsstellen konnte mein Vater einmalige Fotos schießen, ganz nah kamen wir diesen unglaublichen Affen auch auf normalen Pfaden im Wald und konnten ihnen hier sogar vorsichtig eine Banane reichen. Obwohl die Orang-Utan Sichtungen der Hauptpunkt unserer Etappe in Nord-Sumatra waren, kommt man doch nicht daran vorbei auch die kleineren Affenarten anzusprechen, denen wir um die Lodge herum und im Wald sehr nah kommen konnten, sowie die für Europäer ungewöhnlich großen Schmetterlinge und Blumen in den beeindruckendsten Farben. Ein leichter Wermutstropfen bei diesen traumhaften Eindrücken: die tropischen Temperaturen von bis zu 35°C, kombiniert mit einer über 90%igen Luftfeuchtigkeit!

Nach zweieinhalb Tagen in Bukit Lawang ging unsere Reise in die zweite Etappe, auf der wir, mit einem Stop in Jakarta und abermals hervorragender Betreuung durch die Partnerorganisation vor Ort, nach Bandar Lampung flogen und von da aus 2 Stunden mit dem Auto in den Way Kambas Nationalpark transportiert wurden. Als einzige Gäste der dortigen Eco-Lodge kamen wir wieder in den Genuss köstlicher indonesischer Küche und wurden an diesem Tag, sowie an den beiden Darauffolgenden, zu einer Elefanten-Schutzstation in der Nähe gefahren. Nachdem wir den sanften, grauen Dickhäutern auf einem Ritt durch die Natur nähergekommen waren, bereitete mein Vater wieder seine Fotoausrüstung vor und hatte die Gelegenheit ausdrucksstarke Fotos von den Tieren und ihren Betreuern, den Mahuts, beim allnachmittäglichen Baden zu machen. Nicht nur das, wir kamen auch bei der abendlichen Fütterung nah an die Tiere heran, die als Herde zusammen gehalten werden, und hatten Körperkontakt mit den zutraulichen Elefantenkälbern, die momentan mit ihren Müttern in der Anlage aufwachsen. Unsere Tigerwanderung hat uns zwar nur näheren Kontakt mit Blutegeln verschafft, die Bootssafari, die wir an diesem und am nächsten Tag unternahmen, sorgte aber für wunderschöne Aufnahmen von Eisvögeln, Reihern und einer Baumschlange, die unsere aufmerksamen Begleiter entdeckt hatten. Richtig spannend wurde es für uns, als die Nationalparkranger, die uns führten, zwei Boote mit Elektrofischern stellten und diese, nachdem wir kurz abgesetzt wurden, auf Grund ihres illegalen Verhaltens quasi erkennungsdienstlich behandelt wurden. Ein Höhepunkt war sicherlich die Begegnung mit einer kleinen Herde wilder Elefanten; es war einmalig, ein solches Erlebnis zu haben!

Am Ende dieses Teils unserer Reise angekommen, flogen wir nach Pangkalan Bun in Borneo, wo wir auf ein traditionelles Boot, ein Klotok, umstiegen und auf Wasserwegen die nächsten 3 Tage den Tanjung Puting Nationalpark erkundeten. In diesem Park befinden sich weitere Orang-Utan Reservate, in denen wir nicht nur eine Reihe von Weibchen, sondern auch zwei große Männchen entdecken und fotografieren konnten. Auffallend hier waren die farblichen Unterschiede der Borneo-Orang-Utans im Vergleich mit ihren Verwandten auf Sumatra und die ausgeprägten Backenwülste der Männchen, auf die sich mein Vater als Fotograf besonders gefreut hatte. In 3 verschiedenen Camps entlang des Flussarmes, der sich durch den dichten Regenwald schlängelte, kamen wir den großen roten Affen nochmal nah und bekamen ein Gefühl für ihren Lebensraum. Neben diesen Orang-Utan Sichtungen waren auch hier wieder Gibbons und Makaken unsere ständige Begleiter, diesmal allerdings auch die gelblichen und äußerst ulkig aussehenden Langnasenaffen, die bevorzugt spätnachmittags durch die Baumwipfel turnten und mit deren Beobachtung wir uns jeden Tag die Zeit bis zum auf dem Boot zubereiteten, und schon wieder wunderbaren, Abendessen vertrieben. Eins unserer Highlights hier war es sicher zu beobachten, wie sich ein indonesischer, gut anderthalb Meter langer Waran schwimmend einer Orang-Uran Mutter mit ihrem zwei Wochen alten Baby näherte. Die Absicht dahinter war unverkennbar, allerdings hat Mutter Orang-Utan natürlich aufgepasst und sich, nachdem der Waran sich bis auf 2 Meter genähert hatte, dann doch lieber in die Bäume verzogen.

Schließlich war es Zeit zur letzten Etappe unserer Reise aufzubrechen; nun ging es noch ganz in den Osten Indonesiens, nach Labuhan Bajo, und von da aus wieder mit einem Boot nach Rinca und Komodo, um die mächtigen Komodowarane zu fotografieren. Diesmal blieben wir auch nachts auf dem Klotok und fuhren morgens immer schon zeitig los und in den Sonnenaufgang hinein; gerade vor dem Hintergrund der an Pilcher-Filme und Cornwall erinnernden Bergkulissen auf den kleinen und größeren Inseln war das ein schönes Erlebnis. Die Warane selbst erlebten wir als erstaunlich behände und aus der Nähe durchaus respekteinflößende Tiere, die sich majestätisch für die Kamera in Szene zu setzen schienen und die unsere Anwesenheit nicht im Geringsten störte. Mit freundlichen Rangern zum Schutz, konnten wir auch diesen riesigen Echsen näher kommen als wir es je für möglich gehalten hätten und mein Vater hat ein paar einmalige Fotomotive bekommen. Gewöhnungsbedürftig war es allerding, dass uns der größte Waran beharrlich über mehrere 100 Meter verfolgte und jeden unserer Schritte kopierte. Ein Highlight in diesem Teil Indonesiens war es, abends tausende von Flughunden zu beobachten, die sich von ihrer Insel aufmachten um ihre nächtliche Futtertour und Nektarsuche zu beginnen.

Alles in allem muss ich sagen, dass diese zwei Wochen in der Natur Indonesiens sowohl für meinen Vater als Fotografen als auch für mich, die selbsternannte Fotoassistentin und Tierliebhaberin, ein einmaliges Erlebnis waren, das keiner von uns missen möchte. Zu unserem Wohlbefinden und dem tollen Eindruck, den wir on der Reise hatten, trug sicher ganz entscheidend die perfekte Organisation bei und das durchweg freundliche, gut informierte und engagierte Personal, das uns quasi rund um die Uhr betreute. Wer gerne indonesisch isst, wäre allein schon dadurch auf seine Kosten gekommen, dass wir immer, auch mit ganz bescheidenen technischen Möglichkeiten, geradezu kulinarisch verwöhnt wurden. Abschließend bleibt nur danke zu sagen an alle, die diese Reise geplant und organisiert haben.

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