Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Grönland – Tikilluarit in Kalaallit Nunaat [Willkommen in Grönland]!

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Grönland, die größte Insel der Welt, war mein Ziel im September diesen Jahres. Der Ankunftsort Narsarsuaq im äußersten Süden Grönlands liegt 2650 km vom Nordende der Insel entfernt. Da Grönland zu 80 % eisbedeckt ist, lernen wir das Hauptverkehrsmittel nur wenige Minuten nach der Landung kennen, neben Flugzeugen und Helikoptern sind im Sommer kleine Schlauchboote das Fortbewegungsmittel Nummer 1. Damit wir die bis zu 3-stündigen Fahrten genießen können erhalten wir dicke Polarparkas – die wir am Ende der Reise gar nicht mehr hergeben wollen!
Auf einer ersten Wanderung erkunden wir das Tal der Blumen, hier erhaschen wir einen ersten Blick auf die riesigen Gletscherzungen, die sich vom Inlandeis – der zweitgrößten Eiskappe der Welt – bis zur Küste erstrecken.
Die drittgrößte Stadt im Süden, Narsaq, schmiegt sich, wie die meisten Orte Grönlands an den schmalen grünen Küstenstreifen und bietet mit den farbenfrohen Häusern tolle Fotomotive. Eine Schlauchbootfahrt entfernt liegt die Insel Uunartoq, hier campen wir am Strand und genießen die heißen Quellen. Unsere Wanderungen führen durch Farmgebiete (Südgrönland ist Schafzucht- und Landwirtschaftsgebiet!) entlang des lachsreichsten Flusses zum Kuusuak River Camp, am Tasermiut-Fjord gelegen. Am nächsten Tag befahren wir den berühmten Fjord (eines der „10 Wunder der Arktis“), machen eine Mittagspause direkt an der gleichnamigen Gletscherzunge und beziehen das Tasermiut-Camp am Fuße der Bigwalls der Arktis. Zunächst im Nebel versteckt erahnen wir kaum, dass wir am Fuße einer der steilsten Granitwände der Welt lagern (unter Kletterern vergleichbar mit dem El Capitan oder dem Cerro Torre). Die vielfältigen Wanderungen in dieser Region lassen uns immer wieder spektakuläre Blicke auf diese Gipfel zu. Gleichzeitig zeigen uns die vielen Herbstfarben der Tundra-Vegetation, dass der arktische Sommer dem Ende zugeht.
Die südlichste Stadt Grönlands, Nanortalik, mit ihren 2300 Einwohnern, einem Supermarkt, Souvenirshop und Post, erscheint uns schon fast als Metropole nach den einsamen Tagen in der wilden grönländischen Natur. Das größte Freilichtmuseum Grönlands zeigt anschaulich den Alltag im 19. und 20. Jahrhundert und die Bekleidung und Kajaks der Inuit.
Weitere Bootsfahrten vorbei an schimmernden Eisbergen führen uns zum Gletscher-Camp in Sichtweite des grönländischen Eisschildes – von hier schaut man quasi auf 2500 km Eis (das entspricht der Strecke von Dänemark bis nach Nordafrika!), welches bis zu 3 km hoch ist! In gemütlichen Domo-Zelten mit einfachen Feldbetten genießen wir die gigantische Natur und lauschen dem leisen Grollen der umgebenden Gletscher – nachts tanzen die Nordlichter über dem Fjord. Bei strahlendem Sonnenschein erwandern wir die Umgebung und genießen die farbenfrohe herbstliche Tundra. Bei einer Gletscherwanderung (für Anfänger völlig unproblematisch!) erkunden wir das Eis hautnah – die Mittagspause gibt es diesmal auf dem Gletscher und das Eis für den Kühlschrank im Camp bringen wir auch gleich mit!
Eine weitere Wanderung führt uns zum Bilderbuchdorf Igaliku. Viele der Häuser sind aus dem rötlichen Sandstein der Region gebaut. In dieser landwirtschaftlich geprägten Region wird der Name „Grünland“ (aus dem Dänischen) verständlich. Abermals vorbei an unzähligen Eisbergen, die einen perfekten Kontrast mit der herbstlichen Umgebung bieten, fahren wir nach Qassiarsuk. Hier landete Erik der Rote im Jahr 982, die Ruinen aus dieser Zeit und das rekonstruierte Langhaus mit Kirche sind heute zu besichtigen und bieten einen guten Einblick in das damalige Leben. Die optionale Kajaktour – das Wort „qajaq“ [Kajak] ist im Übrigen eine grönländische Erfindung – am nächsten Morgen ist ein toller Ausklang der Reise!

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