Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Tansania – Kilimandscharo via Marangu-Route

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Tage Natur- und Trekkingrundreise vom 03.02. – 22.02.2014

Wir eine 14 Mann starke Gruppe wollen es wagen, die Besteigung des legendären Kilimandscharo. Unsere Truppe ist komplett gemixt und kommt aus allen Regionen Deutschlands Nord bis Süd, Ost bis West, sogar zwei Personen aus der Schweiz dürfen wir mit dazu zählen. Auch was die konditionellen Voraussetzungen angeht sind wir bunt gemischt, vom Bergsteiger bis zum Hobbywanderer der noch nie zuvor die Alpen bestiegen hat. Alle von uns haben nur das eine Ziel, die Besteigung des 5685 m hohen.
Zur Vorbereitung und optimalen Akklimatisierung haben sich alle von uns für die 4-tägige Besteigung des Mount Meru entschlossen, was sich später für die richtige Entscheidung herausstellen sollte.


Tag 1 Der Regenwald
Nach dem erholsamen freien Tag in der Meru View Lodge geht es für uns früh um 8 Uhr los zum Marangu Gate. Die Tour fängt sehr gemütlich, es geht hier durch einen dicht bewachsenen Regenwald mit einer sehr imposanten Flora und Fauna. Auch der starke Regen, mit welchen hier in diesem Bereich des Berges immer zu rechnen ist kann die schönen Eindrücke nicht drüben. Selbst bei diesem leichten Anstieg ist Ruhe gefragt, um sich an die Höhe besser anzupassen und so wir hören ständig von unserem Guide „Pole Pole“ (immer mit der Ruhe).
Nach vier Stunden erreichen wir total zufrieden und frohen Mutes die Mandara Hütten auf 2725 m. Geschlafen wird hier in einem 25 Mann Raum einer A-Frame Hütte oberhalb des Aufenthaltsraumes für die gesamten Hütten was aber wegen der frühen Bettgehzeit aller im Lager keinerlei Problem darstellte.

Tag 2 Das Hochmoor
Nach einer erholsamen Nacht geht es früh los. Der Regenwald wird schnell überwunden und verwandelt sich in eine Heidelandschaft mit vielen Gräsern und Sträuchern und einem wunderschönen Blick auf die umliegenden Landschaften mit Ihren kleinen Hügeln. Im Blickfeld kommt immer wieder der schneebedeckte wunderbar in der Sonne schimmernde Mawenzi zum Vorschein, was den Aufstieg immer wieder zu einem Erlebnis macht.
Am späten Nachmittag erreichen wir die Horombo Hütten und können nach dem obligatorischen Einschreiben unsere 6 Mann Hütten beziehen. Hier begegnen wir den ersten Fällen der immer wieder beschriebenen Höhenkrankheit. Ein Trupp Amerikaner welcher augenscheinlich ohne größere Vorbereitungen hochgestiegen ist, quält sich mit Kopfschmerzen am Nachbartisch. Alle von uns waren sich einig, dass sich unsere Höhenakklimatisierung am Mount Meru spätestens hier bezahlt macht.

Tag 3 Der Ruhetag
An der Horombo Hütte dem Knotenpunkt von Absteigenden und Aufsteigenden Wanderern legen wir einen Akklimatisierungstag ein. Diesen nutzen wir um zu den Zebra Rocks in
4000 m Höhe hinaufzusteigen. Neben des positiven Effektes der Akklimatisierung in dieser Höhe, ist auch der Aufenthalt sicher wärmstens zu empfehlen. Bei der Rast kann man hier den Ausblick auf die umliegenden Landschaften genießen. Links der Zebra-Felsen, welcher durch seine seltsame Musterung seinen Namen erhielt und rechts der Mawenzi, welcher mächtig über allem herausragt.

Tag 4 Die Wüste
Am nächsten Tag brechen wir in aller Frühe auf. Die knapp elf Kilometer bis auf 4700 m laufen auf einem langgezogenen stätig ansteigenden Weg in einer nahezu vegetationslosen Wüstenlandschaft bis hin zur Kipo Hut führt. Immer im Blick der schneebedeckte Kilimandscharo, welcher aus der kargen Landschaft empor ragt und in diesem Jahr besonders viel Schnee trägt.
Alle sind noch wohl auf und kommen augenscheinlich gut mit der Höhe zurecht. Es kommen uns immer wieder ausgebleichte Gesichter entgegen welche zufuhr den Berg bezwungen haben und wünschen uns beim vorbeigehen viel Glück. Ab dem letzten drittel der Strecke macht sich auch bei uns die Höhe langsam bemerkbar. Leichte Müdigkeit und schwere Atem lässt den letzten Anstieg nochmal zu einer Herausforderung werden. Nach kurzer Rast in der Kibo Hütte entscheiden wir uns nochmal ein Stück den Weg hinauf zugehen, welchen wir die nächste Nacht noch vor uns haben. Erster Schnee macht uns klar was uns kommende Nacht erwarten wird.

Tag 5 Der Aufstieg zum Uhuru-Peak
Nach dem frühen zu Bett gehen am Vorabend entscheidet sich unser Bergführer entgegen der anderen Gruppen zu einem Aufstieg um 1 Uhr anstatt um 12 Uhr. So soll sich die Möglichkeit bieten den Gipfel direkt bei Sonnenaufgang zu erleben.
Die Stirnlampenketten der anderen Gruppen erstrahlen den Hang und hält uns immer wieder vor Augen was uns noch bevor steht. Der Schlafmangel und die Höhe machen sich bei einigen von uns immer mehr bemerkbar. So sehr, dass der erste von uns bereits nach wenigen Höhenmetern umkehren musste, auch hier muss man sich immer wieder trotz der Euphorie sagen, „ Die eigene Gesundheit geht vor!“.
Wir laufen weiter, schon bald haben wir die erste Gruppe eingeholt, das Überholen erweist sich auf diesem schmalen Pfad immer wieder als schwierig und kostet jede Menge Energie.
Dennoch schaffen wir es bis zum Gillman´s Point auf 5685 m und entscheiden alle weiter entlang des verschneiten Kraterrandes bis hin zum Uhuru-Peak zu gehen. Um 6 Uhr Ortszeit ist es endlich geschafft der Uhuru-Peak auf 6895 m. Schnell werden ein paar Gruppen- und Einzelfotos geschossen bevor es nach kurzen betrachten der Landschaft wieder zum Abstieg geht. Die Sonne ließ sich in diesem Jahr leider nur kurz blicken. Aber das Erlebnis auf diesem Berg zu stehen ist sicherlich trotz alledem ein einmaliges Gefühl.
Nach dem anstrengenden Aufstieg und dem Abstieg zurück zur Kipo-Hütte, bot sich die Gelegenheit die kurze Pause zum schlafen zu nutzen, was von allen auch dankend angenommen wurde.
Der Abstieg am Nachmittag zur Horombo-Hütte viel einem mit sinkender Höhe immer leichter und so erreichten wir am Nachmittag die Hütten in welchen wir uns nochmal bis zum nächsten Tag ausruhen konnten.

Tag 6 Der Abstieg
Am nächsten Tag war die Stimmung bei allen blendend, die Strapazen der letzten Tage waren weitestgehend vergessen und ein erholsamer Abstieg stand uns bevor. Endlich konnte man die Natur in vollen Zügen genießen. Und auch der anschließende Abend in der Lodge war sehr lustig, hier konnten wir die ganzen Erlebnisse noch einmal Revue passieren. Einige von uns mussten uns am selben Abend leider schon verlassen, die anderen kamen noch mit auf Safari und nach Sansibar. Dennoch werden diese Tage für uns alle immer positiv in Erinnerung bleiben und wir werden uns manchmal noch an diese meist lustigen gemeinsamen Tage erinnern.

Resümee dieser Reise
Wenn für Euch Abenteuer keine Abschreckung ist, kann ich und ich hoffe ich spreche für alle beteiligten Personen diese Reise nur jedem empfehlen! So viel pure Natur und nette Menschen wie hier habe ich bisher noch nie erlebt!

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