Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Tansania – Kilimanjaro via Machame-Route

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Im Oktober ging es für eine neunköpfige Gruppe nach Afrika, um den Kilimanjaro über die Machame-Route zu besteigen. Sie gilt als die reizvollste und schönste der vielen Aufstiegsrouten, da sie durch abwechslungsreiche Landschaften führt und die Trekker mit wunderschönen Ausblicken auf die Umgebung belohnt.

Bei herrlichem Wetter starteten wir von Moshi zum Machame Gate, wo wir uns registrieren mussten und unser Begleitteam kennenlernten. Jeder Träger ist mit 25 kg unterwegs, während wir glücklicherweise nur unseren Tagesrucksack zu schultern haben. Eines der ersten Worte in Swahili, das jeder Aspirant gleich lernt, ist „pole, pole“ – „langsam, langsam“… Klar, denn man soll sich in Ruhe an die große Höhe gewöhnen!

Über das Machame Camp auf ca. 3010 m geht’s hinauf ins Shira Camp (3840 m), ein ordentlich steiler Aufstieg durch den Nebelwald, bis man endlich die Hochmoorzone erreicht hat. Umso schöner, dass wir bei der Ankunft gleich mit warmem Tee und Popcorn empfangen werden! Der dritte Trekkingtag dient der Akklimatisierung und führt uns hinauf zum Lava Tower auf 4600 m, von dem wir aber wieder zum Barranco Camp (3960 m) absteigen. Nach einer Nacht im Karanga Valley Camp (4030 m) wird der Weg anspruchsvoller, denn an der Baranco Wall muss man die Hände aus den Hosentaschen nehmen: Kleine Kletterpassagen mit Tagesrucksack und wenig Sauerstoff können doch herausfordernd sein… Endlich erreichen wir das Barafu Camp (4600m), von dem aus der Gipfel in Angriff genommen wird.

Ein letztes Briefing für den nächsten Tag, ein frühes Abendessen, zeitig geht es in den Schlafsack! Um 23 Uhr heißt es Wecken, schnell alle drei Schichten anziehen und die Stirnlampe auf den Kopf. Nach einem leichten Frühstück starten wir um Mitternacht zum Gipfel. Der Weg ist weit, es ist natürlich dunkel und auch einigermaßen kalt, und wir laufen monoton immer im Zickzack den Hang hinauf. Unser lokaler Bergführer Yohana ist sehr erfahren und legt ein angenehmes Tempo vor, mit regelmäßigen Pausen. Als endlich die Dämmerung beginnt und ein schmaler Lichtstreifen am Horizont zu sehen ist, mobilisieren alle noch einmal ihre Kräfte – um 06:15 erreichen wir den Stella Point. Offiziell gilt der Kilimanjaro an diesem Punkt als bestiegen, doch wir wollen noch zum höchsten Punkt, dem Uhuru Peak. Nach einer Stunde ist es geschafft und wir stehen auf dem Dach Afrikas!

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